/

 

 

15.03.2018 - "Der Lügenbaron" Lamar Roberson

Lamar Roberson wirkt nach außen hin smart, freundlich. Ihm traut man mit 32 Jahren so gar nicht zu, dass er die Verantwortlichen der Cuxhaven Baskets einschließlich Headcoach Stephan Völkel über mehrere Tage eiskalt ins Gesicht gelogen hat. Seit vielen Tagen sprach er nämlich davon, dass sein Großvater im Sterben liegen würde. Zeigt den Chat bei WhatsApp und Skype. Letzte Woche stand er unter Tränen bei Stephan Völkel, zeigte erneut den Chatverlauf und dass seine Opa jetzt verstorben sei. Er miemte niedergeschlagen zu sein. Das war Donnerstag letzter Woche. Seine Mutter wolle den Flug für Anfang nächster Woche buchen, somit könnte er am Sonnabend noch gegen Stahnsdorf mitspielen. Alles klang, gerade weil der immer wieder den Chatverlauf zeigte, plausibel.

Montag reiste Roberson ab, am selben Tag bekamen die Baskets-Verantwortlichen erste Hinweise. Wage, aber Hinweise, dass es gar nicht Richtung USA gehen könnte. Eine Nachfrage am Dienstag, ob er gut in den USA angekommen sei, bejahte Roberson. Zu diesem Zeitpunkt war er längst in Argentinien angekommen, log abermals. Nur die Baskets Verantwortlichen schalteten den argentinischen Verband ein, der nahm wahrscheinlich Kontakt zum Verein Obera TC in der 2. Liga Argentiniens auf. Gestern kam Bewegung in diese Geschichte. Der Verein kontaktierte die Baskets. Die Obera-Verantwortlichen wussten gar nichts von einem gültigen Arbeitsvertrag bei den Cuxhaven Baskets. Auch diesen Verantwortlichen hatte Roberson wohl nicht die Wahrheit erzählt. Jetzt hatten die Argentinier nach deren Angaben aber ihren anderen Amerikaner schon nach Hause geschickt. Letztendlich haben sich beide Vereine heute geeinigt und Roberson eine Freigabe erteilt. Trotz des personellen Ausfalls in der aktuellen sportlich prekären Situation der Cuxhavener, war es unmöglich solch einen Spieler mit diesem Charakter wieder ins Baskets -Team "zurückzunehmen".

  "Wir werden ohne Roberson die Saison zu Ende spielen. Das ist bitter aufgrund der aktuellen Kader-Situation, aber wir spielen lieber mit zehn Akteuren die alles für das Team geben und zu den Baskets stehen."

[zurück]